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  • Weinessig selber machen: So wird aus Wein Essig

    20. Aug 2026

    Aus Wein kann mit etwas Zeit und einer aktiven Essigkultur Weinessig entstehen. Das Prinzip dahinter ist vergleichsweise einfach: Essigsäurebakterien nutzen den Alkohol des Weins und wandeln ihn mithilfe von Sauerstoff in Essigsäure um.

    Wenn du Weinessig selber machen möchtest, brauchst du dafür keine komplizierte Kellerausstattung. Wichtig sind ein geeigneter Wein, sauberes Arbeiten, eine aktive Essigkultur, Sauerstoff und etwas Geduld.

    Was ist Weinessig?

    Weinessig ist Essig, der aus Wein hergestellt wird. Ausgangspunkt kann Rotwein, Weißwein oder Roséwein sein. Der vorhandene Alkohol wird dabei durch Essigsäurebakterien weiterverarbeitet. So entsteht die für Essig typische Säure.

    Genau darin unterscheidet sich Weinessig von Wein: Beim Wein vergären Hefen den Zucker der Trauben zu Alkohol. Bei der Essigherstellung folgt anschließend ein weiterer natürlicher Umwandlungsprozess.

    Wie wird aus Wein Essig?

    Beim Wein beginnt alles mit den Trauben. Hefen vergären den darin enthaltenen Zucker und dabei entstehen hauptsächlich Alkohol und Kohlendioxid.

    Für Weinessig kommt anschließend eine zweite Gruppe von Mikroorganismen ins Spiel: Essigsäurebakterien. Sie benötigen Sauerstoff und nutzen den vorhandenen Alkohol als Ausgangsstoff. Dabei entsteht Essigsäure.

    Aus einer offenen Flasche Wein wird deshalb allerdings nicht automatisch guter Weinessig. Für ein sauberes und gut steuerbares Ergebnis ist eine aktive Essigkultur deutlich sinnvoller.

    Was brauchst du, um Weinessig selber zu machen?

    • Wein: Rotwein, Weißwein oder Roséwein können als Grundlage dienen.
    • Ein sauberes Gefäß: Gut geeignet ist beispielsweise ein Glasgefäß mit ausreichend großer Öffnung.
    • Eine aktive Essigkultur: Eine Essigmutter oder ein geeigneter naturbelassener Essig mit aktiven Essigsäurebakterien kann den Prozess zuverlässig in Gang bringen.
    • Ein luftdurchlässiges Tuch: Der Ansatz braucht Sauerstoff, soll aber gleichzeitig vor Staub und Insekten geschützt sein.
    • Zeit: Weinessig entsteht nicht innerhalb weniger Tage.

    Welcher Wein eignet sich für selbst gemachten Weinessig?

    Grundsätzlich kannst du Rotwein, Weißwein oder Roséwein verwenden. Welcher Wein sich am besten eignet, hängt vor allem davon ab, welchen Geschmack du später im Essig haben möchtest.

    Du musst dafür keine besonders teure Flasche öffnen. Wichtig ist vielmehr, dass der Wein geschmacklich einwandfrei ist. Ein Wein mit einem deutlichen Weinfehler wird durch die Essigherstellung nicht automatisch besser.

    Für Rotweinessig kannst du beispielsweise einen Wein aus unserer Auswahl an trockenen Rotweinen verwenden. Für Weißweinessig findest du bei unseren trockenen Weißweinen ganz unterschiedliche Rebsorten. Auch Roséwein lässt sich ausprobieren.

    Wenn bei dir einmal eine angebrochene Flasche übrig bleibt, kann Weinessig deshalb eine interessante Möglichkeit sein, daraus noch etwas Eigenständiges zu machen.

    Weinessig selber machen: Schritt für Schritt

    1. Gefäß gründlich reinigen: Sauberes Arbeiten ist auch bei der Essigherstellung wichtig.
    2. Wein einfüllen: Fülle das Gefäß nicht bis zum Rand. Eine ausreichend große Oberfläche unterstützt den Kontakt mit Sauerstoff.
    3. Essigkultur zugeben: Gib eine aktive Essigmutter oder eine geeignete Essigkultur hinzu.
    4. Mit einem Tuch abdecken: Verschließe das Gefäß nicht luftdicht. Essigsäurebakterien brauchen Sauerstoff. Ein sauberes, fein gewebtes Tuch schützt den Ansatz und lässt gleichzeitig Luft hindurch.
    5. Ruhig stehen lassen: Stelle das Gefäß an einen geeigneten Ort und gib der Essigkultur Zeit zum Arbeiten.
    6. Entwicklung beobachten: Mit der Zeit verändert sich Geruch und Geschmack deutlich in Richtung Essig.

    Wie lange dauert es, Weinessig herzustellen?

    Eine feste Dauer lässt sich nicht seriös angeben. Temperatur, Sauerstoffversorgung, Ausgangswein und Aktivität der Essigkultur beeinflussen die Geschwindigkeit deutlich.

    Rechne eher in Wochen als in Tagen. Angaben wie vier bis sechs Wochen können nur ein grober Anhaltspunkt sein. Entscheidend ist nicht allein der Kalender, sondern wie sich der Ansatz tatsächlich entwickelt.

    Was ist eine Essigmutter?

    Eine Essigmutter ist eine gallertartige Struktur, die sich bei der Essigherstellung bilden kann. Sie steht mit der Aktivität von Essigsäurebakterien in Verbindung und kann für Einsteiger zunächst ungewohnt aussehen.

    Eine solche Bildung ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass der Ansatz verdorben ist. Auffälliger pelziger oder farbiger Bewuchs kann dagegen auf unerwünschte Mikroorganismen hindeuten. Im Zweifel sollte ein verdächtiger Ansatz nicht weiterverwendet werden.

    Enthält Weinessig noch Alkohol?

    Bei der Essigherstellung wird der Alkohol des Weins von Essigsäurebakterien weiterverarbeitet. Wie vollständig diese Umwandlung bei einem selbst angesetzten Weinessig erfolgt, hängt von den Bedingungen und vom Verlauf des Prozesses ab.

    Deshalb wäre die pauschale Aussage, selbst gemachter Weinessig enthalte grundsätzlich gar keinen Alkohol mehr, zu weitgehend.

    Wenn du wissen möchtest, wie Alkohol überhaupt im Wein entsteht, findest du dazu unseren Beitrag Alkohol im Wein: Wie entsteht er und wie kommt er rein?.

    Rotweinessig selber machen

    Rotwein eignet sich hervorragend als Grundlage für selbst gemachten Rotweinessig. Je nach Rebsorte können Farbe, Frucht und Struktur des Ausgangsweins auch den späteren Essig unterschiedlich prägen.

    Für einen kräftigen Rotweinessig ist beispielsweise unser Dunkelfelder halbtrocken 2024 interessant. Dunkelfelder bringt besonders viel Farbe mit und kann deshalb auch optisch einen ganz eigenen Rotweinessig ergeben.

    Etwas anders dürfte ein Rotweinessig aus unserem Merlot Réserve trocken 2025 ausfallen. Genau das macht das Experimentieren spannend: Unterschiedliche Rotweine ergeben nicht einfach denselben Essig in einer anderen Flasche.

    Weitere Möglichkeiten findest du bei unseren trockenen Rotweinen.

    Weißweinessig selber machen

    Auch Weißweinessig kannst du auf diese Weise herstellen. Verwende dafür einen Weißwein, dessen Stil dir grundsätzlich gefällt.

    Ein Riesling trocken 2025 bringt andere Voraussetzungen mit als unser Grauburgunder trocken 2022. Gerade deshalb lohnt es sich, verschiedene Rebsorten auszuprobieren.

    Wenn du nicht gleich einen bestimmten Wein auswählen möchtest, findest du hier unsere gesamte Auswahl an trockenen Weißweinen direkt vom Weingut.

    Und Weinessig aus Rosé?

    Warum nicht? Auch Roséwein kann als Grundlage dienen. Er liegt geschmacklich und farblich nicht einfach zwischen Rot- und Weißweinessig, sondern kann je nach Rebsorte seinen ganz eigenen Charakter entwickeln.

    Wenn du etwas Ungewöhnlicheres ausprobieren möchtest, findest du hier unsere Roséweine.

    Ist Weinessig normaler Essig?

    Weinessig gehört zu den Speiseessigen, unterscheidet sich aber durch seinen Ausgangsstoff. Er entsteht aus Wein und bringt deshalb je nach verwendeter Sorte noch geschmackliche Eigenschaften des ursprünglichen Weins mit.

    Andere Essigarten entstehen aus anderen Ausgangsprodukten. Apfelessig beispielsweise wird aus Apfelprodukten hergestellt, während Branntweinessig auf einer anderen alkoholischen Grundlage beruht.

    Wofür kann man Weinessig verwenden?

    Weinessig eignet sich für deutlich mehr als nur Salat. Du kannst ihn je nach Geschmack beispielsweise für Dressings, Marinaden, Saucen und zum Abschmecken verschiedener Gerichte verwenden.

    Rotweinessig passt oft besonders gut zu kräftigeren Speisen, dunkleren Saucen, Hülsenfrüchten und mediterranen Gemüsegerichten. Weißweinessig kann in hellen Dressings, Marinaden, Gemüsegerichten und feineren Saucen interessant sein. Auch hier gilt aber: Das ist keine starre Regel.

    Wenn du Wein und Weinprodukte gerne beim Kochen einsetzt, findest du in unserer Seite Kochen mit Wein: Welcher Wein passt zu welchem Gericht? viele weitere Ideen für Risotto, Saucen, mediterrane und vegane Gerichte.

    Was kann man mit übrig gebliebenem Wein noch machen?

    Weinessig ist nur eine Möglichkeit, einen Rest Wein sinnvoll weiterzuverwenden. Ein paar Schlucke können genauso gut in einer Sauce, einem Risotto oder einer Gemüsepfanne landen.

    Oder du machst daraus etwas ganz anderes: Mit unserem Rezept kannst du Weinsalz selber machen. Auch selbst gemachtes Weingelee ist eine Möglichkeit, Wein einmal nicht nur ins Glas zu schenken.

    Vom Traubensaft zum Wein und vom Wein zum Essig

    Wein und Weinessig erzählen zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Geschichten. Zuerst vergären Hefen den Zucker der Trauben und dabei entsteht Alkohol. Anschließend können Essigsäurebakterien diesen Alkohol mithilfe von Sauerstoff zu Essigsäure weiterverarbeiten.

    Wenn du eigene Weintrauben anbaust und bereits einen Schritt früher anfangen möchtest, findest du auf unserer Seite zum Wein selber machen aus Trauben oder frisch gepresstem Traubensaft eine ausführliche Anleitung.

    Weinessig selber machen: kurz zusammengefasst

    Weinessig selber zu machen ist kein Hexenwerk, aber ein natürlicher Prozess, dem man Zeit geben muss. Wein, eine aktive Essigkultur, Sauerstoff und sauberes Arbeiten bilden die Grundlage.

    Ob du Rotweinessig, Weißweinessig oder Essig aus Roséwein ansetzt: Jeder Wein bringt seinen eigenen Charakter mit. Deshalb lohnt es sich, nicht irgendeinen Wein zu verwenden, sondern einen, der dir auch geschmacklich gefällt.

    Und das Praktische: Für einen kleinen Essigansatz musst du nicht unbedingt eine ganze Flasche verwenden. Der Rest darf ganz einfach ins Glas.


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