Weingelee selber machen – Rezept mit Wein, Glühwein oder Traubensaft
Weingelee ist eine wunderbare Möglichkeit, Wein einmal ganz anders zu genießen. Mit wenigen Zutaten entsteht ein fruchtiges Gelee, das längst nicht nur aufs Frühstücksbrot gehört. Es passt zu Käse und Wild, verfeinert Saucen und Rotkohl und macht sich hervorragend auf einem Cracker mit Frischkäse.
Das Grundprinzip ist einfach: Wein und Gelierzucker werden miteinander aufgekocht und heiß in saubere Gläser gefüllt. Dabei kannst du mit Rotwein, Weißwein oder Rosé arbeiten. Und das Beste: Nach demselben Prinzip kannst du auch Glühweingelee oder alkoholfreies Traubengelee herstellen.
Was ist Weingelee?
Weingelee wird im Gegensatz zu klassischem Fruchtgelee nicht aus Fruchtsaft, sondern aus Wein hergestellt. Der verwendete Wein bestimmt deshalb wesentlich den späteren Geschmack.
Ein kräftiger Rotwein ergibt ein ganz anderes Gelee als ein frischer Weißwein. Möchtest du verschiedene Richtungen ausprobieren, findest du in unserer Weinauswahl direkt vom Weingut trockene, fruchtige und charaktervolle Weine aus eigener Ernte.
Weingelee Rezept – die Zutaten
Für ein einfaches Grundrezept brauchst du:
- 750 ml Wein
- 750 g Gelierzucker 1:1
Mehr braucht es für das Grundrezept zunächst nicht. Wichtig ist allerdings, die Angaben auf der Packung des verwendeten Gelierzuckers zu beachten, da sich Zusammensetzung und erforderliche Kochzeit je nach Produkt unterscheiden können.
Weingelee selber machen – so geht es
- Gläser vorbereiten: Verwende gründlich gereinigte, hitzebeständige Einmach- oder Marmeladengläser und passende Deckel.
- Wein und Gelierzucker mischen: Gib den Wein zusammen mit dem Gelierzucker in einen ausreichend großen Topf und verrühre beides.
- Aufkochen: Bringe die Mischung unter Rühren sprudelnd zum Kochen. Halte dich bei der Kochzeit an die Angaben des verwendeten Gelierzuckers.
- Gelierprobe machen: Gib einen kleinen Klecks auf einen kalten Teller. Wird er beim Abkühlen fest, kann das Gelee abgefüllt werden.
- Heiß abfüllen: Fülle das Weingelee sofort in die vorbereiteten Gläser und verschließe sie.
- Abkühlen lassen: Lass die Gläser ungestört vollständig auskühlen. Dabei erhält das Weingelee seine endgültige Konsistenz.
Welcher Wein eignet sich für Weingelee?
Grundsätzlich kannst du Rotwein, Weißwein oder Rosé verwenden. Da der Geschmack des Weines im Gelee erhalten bleibt, solltest du einen Wein auswählen, dessen Charakter du auch im fertigen Gelee wiederfinden möchtest.
Rotweingelee
Rotwein eignet sich besonders, wenn das Gelee später zu kräftigem Käse, dunklem Fleisch, Wildgerichten oder zum Verfeinern von Saucen verwendet werden soll.
Sehr schön funktionieren beispielsweise ein beeriger Dornfelder trocken, ein klassischer Spätburgunder trocken, unser von roten Früchten und Beeren geprägter Merlot trocken oder ein Regent trocken mit seinen Kirschanklängen.
Weißweingelee
Mit Weißwein entsteht ein helleres Gelee mit einem anderen Geschmacksprofil. Es passt besonders gut zu Frischkäse, Baguette, mildem bis würzigem Käse und als kleiner Kontrast auf einer Käseplatte.
Für dein Weißweingelee kannst du einen Wein aus unserer Auswahl an Weißweinen verwenden und je nach gewünschtem Geschmack zwischen unterschiedlichen Rebsorten und Geschmacksrichtungen wählen.
Glühweingelee selber machen
Auch Glühwein lässt sich nach demselben Prinzip zu Gelee verarbeiten. Der große Unterschied zum klassischen Weingelee: Die Gewürze sind bereits im Glühwein enthalten. Dadurch entsteht ohne zusätzliche Zimtstangen, Nelken oder andere Gewürze ein besonders würziges Gelee.
Für eine rote Variante eignet sich beispielsweise unser Shiraz Winzerglühwein. Mit unserem Weißen Winzerglühwein kannst du ein helles Glühweingelee herstellen.
Da Glühwein bereits gesüßt ist, kann sich das Gelierverhalten gegenüber normalem Wein verändern. Deshalb solltest du hier besonders die Gelierprobe nutzen und dich bei Menge und Kochzeit nach dem verwendeten Geliermittel richten.
Traubengelee ohne Alkohol selber machen
Du möchtest das Ganze ohne Alkohol? Dann kannst du statt Wein Traubensaft verwenden. Auch hier hast du die Wahl zwischen einer roten und einer weißen Variante.
Unser Pfälzer Traubensaft rot ergibt ein dunkles, intensiv fruchtiges Traubengelee. Für die helle Variante eignet sich unser Pfälzer Traubensaft weiß.
Die Herstellung funktioniert grundsätzlich genauso: Traubensaft mit Gelierzucker aufkochen, Gelierprobe durchführen und heiß in saubere Gläser füllen. Auch hier gelten die Mengen- und Kochzeitangaben des verwendeten Gelierzuckers.
Was kann man mit Weingelee machen?
Weingelee ist viel vielseitiger als gewöhnlicher Brotaufstrich. Je nachdem, ob du Rotwein, Weißwein, Glühwein oder Traubensaft verwendest, kannst du es süß oder herzhaft kombinieren.
- Auf Brot, Toast oder frischem Baguette
- Auf Crackern mit Frischkäse
- Zu gebackenem Camembert
- Auf Brot mit kräftigem Bergkäse
- Als Begleitung auf einer Käseplatte
- Zu dunklem Fleisch und Wildgerichten
- Zu Birnen als Alternative zu Preiselbeeren
- Zum Abschmecken und Verfeinern von Saucen
- Zum Verfeinern von Rotkohl
- Als fruchtiger Akzent zu Desserts
Weingelee zu Käse – eine besonders gute Kombination
Eine meiner Lieblingskombinationen ist ganz einfach: ein Cracker oder eine Scheibe Baguette, etwas Frischkäse und darauf ein kleiner Löffel Weingelee. Der cremige Frischkäse und das fruchtige Gelee ergänzen sich hervorragend.
Auch kräftiger Bergkäse verträgt einen fruchtigen Gegenpart. Und zu gebackenem Camembert kann Weingelee ähnlich eingesetzt werden wie Preiselbeeren oder andere fruchtige Beilagen.
Weingelee zu Wild, Fleisch und Saucen
Gerade Rotweingelee muss nicht aufs Brot. Ein kleiner Löffel kann dunklen Saucen zusätzliche Frucht und eine feine süßliche Komponente geben. Deshalb passt es besonders gut zu Wild und kräftigen Fleischgerichten.
Sehr schön ist auch die Kombination mit Birnen: Serviere beispielsweise eine Birne zu einem Wildgericht und gib etwas dunkles Weingelee dazu. Damit erhältst du eine interessante Alternative zur klassischen Kombination mit Preiselbeeren.
Auch Rotkohl lässt sich mit etwas Rotwein- oder Glühweingelee abschmecken. Dabei lieber mit einer kleinen Menge beginnen und nach Geschmack nachlegen.
Ist in Weingelee noch Alkohol?
Ja, Weingelee sollte nicht automatisch als alkoholfrei betrachtet werden. Beim Kochen verdampft zwar Alkohol, es ist aber nicht sichergestellt, dass nach der kurzen Kochzeit eines Gelees überhaupt kein Alkohol mehr enthalten ist.
Wenn du sicher ein Gelee ohne Alkohol herstellen möchtest, ist Traubensaft deshalb die bessere Wahl. Mit rotem oder weißem Traubensaft bekommst du trotzdem ein aromatisches Gelee und kannst viele der gleichen Kombinationen ausprobieren.
Warum wird mein Weingelee nicht fest?
Wenn Weingelee nicht richtig geliert, können verschiedene Ursachen dahinterstecken. Häufig stimmen das Verhältnis von Flüssigkeit und Gelierzucker oder die Kochzeit nicht. Auch die Zusammensetzung der verwendeten Flüssigkeit kann das Ergebnis beeinflussen.
Deshalb solltest du das Verhältnis auf der Packung des Gelierzuckers beachten und vor dem Abfüllen eine Gelierprobe machen. Wird der Klecks auf dem kalten Teller beim Abkühlen nicht fest, braucht das Gelee noch etwas Aufmerksamkeit, bevor es in die Gläser kommt.
Wie lange ist selbst gemachtes Weingelee haltbar?
Die Haltbarkeit hängt unter anderem von Rezept, Zuckergehalt, sauberem Arbeiten, verwendeten Gläsern und Lagerung ab. Verwende einwandfreie, gründlich gereinigte Gläser und fülle das Gelee heiß ab.
Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank und sollte zeitnah verbraucht werden. Zeigt ein Gelee Veränderungen bei Geruch, Aussehen oder Oberfläche, solltest du es nicht mehr verwenden.
Weingelee, Glühweingelee oder Traubengelee?
Das Schöne an diesem Grundrezept ist seine Vielseitigkeit. Mit Rotwein erhältst du ein kräftiges Gelee für Käse, Wild und dunkle Saucen. Weißwein bringt eine hellere, feinere Richtung ins Glas. Glühwein liefert seine Gewürze gleich mit und Traubensaft ist die richtige Grundlage, wenn du das Gelee ohne Alkohol herstellen möchtest.
Du brauchst also kein kompliziertes Rezept und auch keine außergewöhnlichen Zutaten. Ein guter Wein oder Traubensaft, der passende Gelierzucker und ein paar saubere Gläser reichen aus. Und spätestens auf einem Cracker mit Frischkäse zeigt sich, dass Weingelee viel mehr kann als nur Frühstück.