Weinreben schneiden – einfache Anleitung für Anfänger
Weinreben schneiden ist für Hobbywinzer wie für Anfänger entscheidend für einen gesunden Wuchs der Rebe und eine gute Traubenqualität. Wenn du noch auf der Suche nach einer passenden Weinrebe für deinen Garten bist, findest du bei uns klassische Sorten und robuste PIWI-Reben für verschiedene Standorte. Der richtige Rückschnitt sorgt dafür, dass die Pflanze ihre Kraft gezielt einsetzt und die Trauben ausreichend Licht und Luft bekommen.
Wenn du deine Rebe gerade erst gepflanzt hast, findest du hier eine Anleitung:
Weinrebe pflanzen
Im Folgenden findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deine Weinrebe je nach Alter richtig schneidest und pflegst.
Weinreben schneiden: Herbst oder Frühjahr?
Kann man Weinreben im Herbst schneiden? Grundsätzlich ja, doch der bessere Zeitpunkt liegt gegen Ende des Winters. Der Rebschnitt ist nach der Ernte und dem Abfallen der Blätter die erste wichtige Arbeit im Weinberg.
Der optimale Zeitpunkt ist Februar, also gegen Ende der Winterruhe. Falls es im Winter zu starkem Frost kommt, können Rutenenden geschädigt werden. Beim Schnitt im Frühjahr werden diese automatisch entfernt. Da zu diesem Zeitpunkt alle Blätter abgefallen sind, erkennst du außerdem sehr gut, welche Triebe entfernt werden müssen.
Der richtige Schnitt hat großen Einfluss auf die spätere Erntemenge und die Qualität der Weintrauben.
Passende Weinreben für einen guten Start
Wenn du eine Rebe neu pflanzen oder eine schwache ersetzen möchtest, ist eine kräftige, sauber veredelte Weinrebe die beste Grundlage für einen guten Rebschnitt in den kommenden Jahren.
Wenn du eine Weinrebe neu pflanzen möchtest, lohnt sich eine kräftige, sauber veredelte Jungpflanze. Sie wächst stabil an und lässt sich später deutlich leichter schneiden.
Eine Auswahl robuster Weinreben für Garten, Spalier oder Kübel findest du hier:
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Passende Weinreben für deinen Garten

Ob klassische Rebsorten oder pilzresistente PIWI-Reben:
In unserem Sortiment findest du veredelte Weinreben für Garten, Hauswand, Spalier oder Topf – einzeln oder als praktische Rebenpakete.
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Weinrebe schneiden im ersten Jahr
Die meisten Weinreben erreichen im Pflanzjahr eine Höhe von mindestens einem Meter. Im Februar schneidest du die Rebe auf eine Gesamthöhe von etwa 1 Meter, gemessen vom Boden aus.
Von dieser einen Rute entfernst du alle Seitentriebe sowie Austriebe an der Veredlungsstelle, sofern noch welche vorhanden sind. Anschließend bindest du die Rebe fest an den Pflanzstab an. Der Pflanzstab sollte zusätzlich an einem Querdraht in etwa 0,9 bis 1 Meter Höhe fixiert sein.
Hat deine Rebe die Höhe von 1 Meter noch nicht erreicht, schneidest du sie von oben Stück für Stück zurück, bis das Holz innen frisch grün ist. An dieser Stelle beendest du den Schnitt und bindest die Rebe sicher an. Im kommenden Jahr ziehst du den Trieb hoch, der am oberen Ende der Rute austreibt.
Tipp: Schwacher Trieb im Pflanzjahr
Ist der Trieb schwach, bildet sich aber an der Veredlungsstelle ein kräftiger Austrieb, kannst du diesen hochziehen und den alten Trieb im Mai oder Juni entfernen. In manchen Fällen ist auch ein Rückschnitt bis oberhalb der Veredlungsstelle sinnvoll. Die Rebe treibt in der Regel kräftig neu aus.

Richtig anbinden erleichtert den Rebschnitt
Ein sauberes Anbinden sorgt dafür, dass die Rebe gerade wächst und sich später leichter schneiden lässt. Rebenfreundliches Anbindematerial verhindert Einschnürungen und stabilisiert den Trieb zuverlässig.
Passendes Anbindematerial und Weinbauzubehör erleichtert dir die Arbeit deutlich.
Rebschnitt im zweiten Winter nach Pflanzung
Im zweiten Jahr lässt du nur eine lange Rute stehen. Zwei Ruten würden für die junge Rebe meist zu viel Ertrag bedeuten und ihre Entwicklung bremsen.
Die ausgewählte Rute kürzt du auf etwa 0,80 Meter Länge. Vom Boden aus gemessen ergibt das eine Gesamthöhe von rund 1,80 Meter. Diese Rute bindest du entweder in einem Bogen über den oberen Draht und am unteren Draht an oder führst sie entlang des oberen Drahtes.
Rebschnitt in den folgenden Jahren
Grundsätzlich gilt: Weniger Ertrag bedeutet höhere Qualität.
Je nach Wuchsstärke und Standort kommen unterschiedliche Schnittformen infrage:
Zwei kurze Ruten, flach angebunden
Auf starkwüchsigen Böden sind zwei kurze Ruten pro Rebstock sinnvoll. Junge Anlagen werden häufig auf einen Bogen oder zwei kurze Halbbögen geschnitten.

Zwei längere Ruten im Bogen
Ältere Reben bringen von Natur aus weniger Ertrag. Sie werden oft mit zwei Bögen und zusätzlich ein bis zwei Zapfen geschnitten.

Eine längere Rute im Bogen
Bei schwachwüchsigen Böden oder jungen Pflanzen lässt man meist einen Bogen oder Halbbogen sowie ein bis zwei zusätzliche Zapfen stehen.
Zapfen für das Folgejahr
Zusätzlich zu den Biegeruten bleiben ein bis zwei Zapfen mit jeweils zwei Augen stehen.
Aus ihnen wachsen im Folgejahr die neuen Biegeruten.
So bleibt der Schnitt nah am Stamm und die Rebe vergreist nicht.

Kann man Weinreben falsch schneiden?
Du kannst Weinreben so schneiden, dass sie sehr viele Trauben tragen. Wichtig ist jedoch, dass sich die Rebe dabei gesund entwickelt und alle Trauben ausreichend Licht bekommen.
Trauben entstehen an Ruten, die aus dem Holz des Vorjahres wachsen. Ideal ist eine Rute, die aus dem ersten Auge nahe am Stamm austreibt. Hattest du im Vorjahr zwei Ruten, wählst du jeweils diejenige, die möglichst stammnah gewachsen ist.
Zur Ertragsreduzierung und Qualitätsverbesserung kannst du von zwei auf eine Rute umstellen. Behalte dabei immer ein bis zwei Zapfen für den Schnitt im Folgejahr.
Möchtest du zur Ertragsreduzierung und Qualitätsverbesserung von 2 auf eine Rute umstellen, so wähle die Rute, die einen guten Wuchs zeigt und aus Stammnähe aus einer Vorjahresrute kommt. Denke immer an die 1-2 kurzen Zapfen, da diese dir den Schnitt im Folgejahr erleichtern.
Unterpflanzung rund um die Weinrebe
Weinreben mögen trockene Luft. Feuchtigkeit im direkten Bereich um die Pflanze solltest du vermeiden. Rund 40 cm um den Stamm bleibt der Boden frei, ohne Mulch oder Bepflanzung.
Außerhalb dieses Bereichs kannst du dünn Gras- oder Rindenmulch oder auch Steine ausbringen. Wichtig ist, dass der Boden nach Regen oder Morgentau schnell abtrocknet.
Wenn du etwas unterpflanzen möchtest, sollte es sehr niedrig bleiben. Gras ist möglich, muss aber kurz gehalten werden.
Kann man Weinreben im Sommer schneiden
Wächst deine Rebe sehr üppig, ist ein leichter Rückschnitt im Sommer sinnvoll. Ziel ist eine gute Durchlüftung und ausreichende Belichtung der Trauben.
Du kannst einzelne Triebe komplett entfernen oder in der Länge kürzen. Auch ein Einkürzen in der Höhe ist möglich, wenn die Rebe über die Rankvorrichtung hinauswächst.
Beachte dabei: Die Blätter sind wichtig für die Zuckerbildung. Junge Blätter sind besonders aktiv. Entferne daher nie alle jungen Blätter.
Auch die richtige Pflege im Sommer ist wichtig für gesunde Trauben.
Weinreben im Sommer pflegen
Weinreben entlauben
Im Sommer können Blätter über den Trauben entfernt werden, jedoch nicht vollständig. Eine vollständige Entlaubung erfordert viel Erfahrung und den richtigen Zeitpunkt.
Die sichere Methode ist, einzelne Blätter zu belassen. Der Nutzen ist kaum geringer, das Risiko für Sonnenbrand oder Stress für die Rebe aber deutlich niedriger.
Wenn du gerade erst startest und eine geeignete Rebe suchst, findest du hier eine Übersicht für Einsteiger: pflegeleichte Weinreben für Anfänger.
Zubehör zum Anbinden, Düngen und Pflegen
Damit sich deine Weinreben gesund entwickeln und kräftig wachsen, sind sauberes Anbinden und eine ausgewogene Nährstoffversorgung entscheidend.
Stabile Anbindematerialien sorgen für Halt, der richtige Dünger unterstützt den Austrieb, die Blattgesundheit und die Traubenentwicklung.
Unser Bio-Weinrebendünger versorgt deine Reben gezielt mit wichtigen Nährstoffen und fördert vitale Triebe sowie gleichmäßig reifende, aromatische Trauben – im Garten wie im Topf.
Schnapp dir deine Schere
Wenn du diese Grundlagen beim Rebschnitt beachtest, wächst deine Weinrebe gesund und trägt regelmäßig gute Trauben. Wenn du deine Reben neu anlegen oder eine schwache ersetzen möchtest, findest du hier eine Auswahl an kräftigen, veredelten Weinreben sowie passendes Zubehör für den Rebschnitt.
Mit etwas Übung wird der Rebschnitt schnell zur Routine.
Wenn du deine erste Rebe pflanzen möchtest oder eine ältere ersetzen willst, findest du bei uns robuste Sorten für Garten, Pergola oder Balkon.
Weinreben für den Garten ansehen

Hallo Andreas,
wir melden uns gerne per Email bei dir und helfen dir gerne weiter mit dem Rückschnitt.
Viele Grüße,
Julia
Hallo, wir haben im letzten Jahr unsere Weinreben gepflanzt. Im Februar haben wir sie bis auf 1m gestutzt. Jetzt treiben die Reben an mehreren Stellen u.a. auch ganz unten aus. Insgesamt ca. 6-7 Triebe. Muss/kann man hier was abschneiden? Hätte auch ein Foto. Freue mich über eine Antwort
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